von Technikmensch

Eigentlich hatte ich mit den DNS-Servern von der Telekom und anderen Providern in der Vergangenheit nie Probleme. DNS-Server ändern war nie ein Thema. Auch bis zum jüngsten Tag nicht. Neulich aber war es dann so weit und ich habe für einige meiner Domains die DNS-Einträge geändert. Während das Smartphone die Änderungen bereits nach 2-3 Stunden  mitbekommen hat (O2), wollte mein Telekom-DSL-Anschluss trotz vielfacher manueller DNS-Flushs und Neuverbindungen die DNS-Aktualisierung nicht an mich weiterleiten. Nichts verstanden? Kein Problem, erkläre ich Dir im Folgenden.

Was ist ein DNS-Server?

Sicher hast Du schon von IP-Adressen gehört und das alle Geräte, die im Internet unterwegs sind eine solche haben. Vereinfacht sind das die Telefon-Nummern der Clients (z.B. dein PC) und ebenfalls der Server (z.B. der Server diese Website). Domains sind dabei nichts anderes als Gedankenbrücken um sich nicht IP-Adressen merken zu müssen. Die Domain technikmensch.de ist also nur eine Gedankenbrücke für die IP-Adresse dieses Servers.

Wenn Du technikmensch.de aufrufen willst, dann rufst Du mit der Eingabe der Domain quasi die IP-Adresse des Servers an. Dafür braucht es aber noch ein Telefonbuch, welches weiß, welche Domain zu welcher IP-Adresse gehört. Erinnerst Du Dich noch an mein Problem von vorhin? -Richtig, das Problem war, dass das Telefonbuch von der Telekom lange Zeit veraltet geblieben ist, und deshalb mein DSL-Anschluss noch lange Zeit die alte IP-Adresse meines Servers angerufen hat. Mein Smartphone allerdings schon längst die neue Nummer kannte.

DNS-Server sind also Telefonbücher für Domains und ordnen diese den IP-Adressen der Server zu.

Mehr dazu bei Wikipedia

Warum den DNS-Server ändern?

Sicher willst Du immer ein aktuelles Telefonbuch, also einen aktuellen DNS-Server, haben für deine Anrufe. Zum anderen findest Du es vermutlich nicht prickelnd, wenn dein Telefonbuch-Anbieter weitererzählt, wo Du überall angerufen hast in der letzten Zeit. (Anbieter von zielgerichteter Werbung freuen sich nämlich über solche Informationen sehr.)

Der Telekom in meinem Fall würde man vermutlich halbwegs zu Unrecht unterstellen, dass die Sowas nicht herausgeben. Nun ja, warum nicht einfach einen DNS-Anbieter nehmen der garantiert, dass er die Auskünfte nicht rausgibt und dir dazu noch schneller auf deine Anfragen antwortet? - Ja, so ging es mir auch... Also habe ich mich erkundet was es so gibt und bin über 1.1.1.1 gestolpert. Natürlich gab es auch noch andere, aber hier konnte ich persönlich direkt vertrauen investieren da das Unternehmen Cloudflare dahinter steht. Cloudflare liefert übrigens auch die Seiten dieses Blogs und den von vielen Anderen aus. Und nee, ich bekomme für diesen Artikel kein Geld. Cloudflare nutzt die Anfragen sicher auch, aber die verdienen ihr Geld mit anderen Themen und es wäre mehr als geschäftsschädigend, wenn etwas anderes ans Licht käme.

OK, zurück zum Thema: Ich habe also den DNS-Server von 1.1.1.1 aus oben genannten Gründen in meine Fritzbox konfiguriert und bin inzwischen seit Wochen sehr zufrieden. Adressen werden gefühlt nicht schneller aufgelöst, denn die Telekom-Server antworten auch schnell. Vielleicht hätte ich da bei anderen Anbietern mehr gemerkt. Was mir aber definitiv aufgefallen ist, ist das bei DNS-Änderungen diese deutlich schneller mit den richtigen Adressen bei mir eintrudeln. Mittlerweile ist mein DSL-Anschluss, nämlich schneller aktuell unterwegs als mein Smartphone. Das Problem ist also schon mal deutlich besser geworden.

Außerdem ist da noch der Sicherheits-Aspekt: 1.1.1.1 hat keinerlei Daten von mir. Die Telekom allerdings hat viele Daten von mir. Wenn ich also bei 1.1.1.1 meine DNS-Look-UPs mache, dann haben diese weder mein Alter noch meine persönliche Adresse noch sonst irgendwas. Lediglich meine IP-Adresse gebe ich Preis. Und zumindest laut Website wird diese IP-Adresse nicht gespeichert. Das klingt doch schonmal deutlich anonymer als, wenn ich der Telekom stecken würde, welche Adressen ich gerne aufrufen würde. So viel also dazu :-)

Andere DNS-Anbieter

Neben meinem Favorit 1.1.1.1 gibt es auch noch weitere bekannte DNS-Anbieter:

Fazit

1.1.1.1 ist für mich erstmal die erste Wahl geworden. Statt wie bisher die Telekom zu nutzen, nutze ich jetzt einen neutralen DNS-Server der ansonsten keine Daten von mir hat (zumindest an dieser Stelle) . Hier noch der Performance Benchmark mit dem 1.1.1.1 für seinen DNS-Server wirbt:

DNS-Anbieter Performance-Vergleich
Performance-Vergleich 1.1.1.1 und andere DNS-Anbieter

Die paar Millisekunden machen jetzt bei einzelnen Seitenaufrufen erstmal nicht viel aus. Aber bei einer durchschnittlichen Website ruft dein Gerät nicht eine, sondern eher 5 und noch mehr unterschiedliche Adressen auf. Für alle Adressen braucht dein Gerät eine DNS-Auflösung. So kann schon was zusammen kommen und Leistung ist wieder Gold wert.

DNS-Server ändern in deinem Router

Falls Du jetzt Lust hast mal einen anderen DNS-Server für deinen Internet-Anschluss auszuprobieren, zeige ich Dir wie Du diesen in deinem Router ändern kannst.

  1. Öffne zunächst die Konfigurations-Seite deines Routers im Browser. Bei einer Fritzbox ist das standardmäßig http://fritz.box. Melde Dich dort an
  2. Als Nächstes suche nach deinen Internet-Einstellungen und dort nach den DNS-Server-Einstellungen.
  3. Trage dort deinen neuen DNS-Server und den Fallback-Server ein.
  4. Einstellungen speichern und fertig! Du kannst Dich noch neu verbinden, musst Du aber nicht machen.
Fritzbox DNS-Konfiguration
Geänderter DNS-Server in meiner Fritzbox auf die Server von 1.1.1.1

Das Bild zeigt noch die Konfiguration in meiner Fritzbox. Das Ganze ist schnell erledigt. Die Änderungen wirken sich dann auf alle Geräte im Heimnetz aus.

Ich hoffe Du fandest den Artikel hilfreich, viele Grüße, tm

Technikmensch • 20 Artikel

34 Jahre, Nerd... Auf technikmensch.de fröne ich meiner Leidenschaft Technik und setze mich kontrovers mit aktuellen Gadgets, Hardware und Software auseinander.

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