von Technikmensch

Zum Filmora Video Editor in Version 9 (für MAC und Windows) bin ich über viele Umwege gekommen. Gesucht hatte ich von Anfang eine einfache Lösung am Desktop, die sich nicht an Profi-Tagesgeschäft, aber auch nicht an den DAU richtet. Nach iMovie und Final Cut Pro X von Apple war ich unzufrieden. Dabei war iMovie mir einfach zu flach und bei Final Cut Pro X hatte ich immer wieder Probleme mit meinen Laufwerken (auch dem NAS) durch dessen Hintergrundprozesse. Ansonsten wäre die Suche eigentlich bei Final Cut zu Ende gewesen. Gut, der Preis wäre dann doch vielleicht abschreckend gewesen mit ca. 330 €. Ich hatte anfänglich nur die kostenlose Test-Version.

Da ich noch einen Rechner habe mit Windows 10, habe ich dann mal für diese Plattform gesucht. Adobe Premiere kannte ich noch aus einem früheren Creative-Cloud Abo. Das war mir zu eigensinnig mit viel Einarbeitung. Viel also aus dem Raster. Mit Premiere Elements konnte ich auch nichts anfangen. Das war auf der einen Seite an den DAU adressiert, auf der anderen Seite war es ähnlich eigensinnig wie die Profi-Version. Letztlich habe ich die Test-Version von Premiere Elements dann doch recht schnell wieder deinstalliert.

Filmora 9 Test-Version hat mich überzeugt

Letztendlich habe ich dann Filmora Video Editor 9 von Wondershare gefunden. Das sah irgendwie Final Cut Pro sehr ähnlich, schien aber noch etwas einfacher und nicht so granular zu sein. Zielgruppe: Anfänger und Fortgeschrittene sowie Web- und Social-Media Profis.

Features

Die Feature Liste ist lang und macht Lust auszuprobieren. Aktuell sieht sie für Version 9.2 so aus:

  • 100 Video-Spuren im Projekt
  • Hardware-Encoding / Decoding (getestet mir einer Nvidia 1050 TI, Nvidia 2060 Super und einer ATI Radeon Pro 555X (Mac)
  • 4k-Bearbeitung
  • Proxy-Dateien für schnelle Bearbeitung, beliebig einstellbar.
  • Compositing, Farb-Korrekturen und eigene LUTs, Greenscreen
  • interne Audio-Bearbeitung inklusive Keyframing
  • Fish-Eye Korrektur (z.B. GoPro)
  • Software Bildstabilisierung (funktionier ganz gut, Final Cut Pro ist hier gefühlt ein Tick besser)
  • Projekte auf Windows-Rechner bearbeiten und am Mac weiterbearbeiten. Oder anders herum.

und die Liste ist noch deutlich länger..

Okay, da es eine Test-Version gibt, habe ich das gleich mal ausprobiert.

Die Test-Version unterstützt übrigens alle Funktionen der Voll-Version. Es wird lediglich ein Wasserzeichen platziert beim Export.

Neben den eigenen Medien findet man oben links unter dem Menüband sämtlich Elemente, die man so braucht um die Zeitleiste zu füllen. Natürlich verarbeitet Filmora alle üblichen Formate und es muss im Vorfeld nichts konvertiert werden. Das war bei Apple nicht ganz so einfach. Tastenkürzel können leider nicht manuell definiert werden. Jedoch gibt es eine sehr gute Übersicht dazu auf der Website. Allgemein ist die Dokumentation zum Filmora Video Editor hervorragend. Alleine die Tatsache das es eigene Handbücher gibt für Mac und Windows, das hat Seltenheit.

Das kleine Manko gegenüber der Pro-Version: nur ein Vorschaufenster

Wie Du sicher schon merkst, bin ich absolut angetan von Filmora Video Editor 9. Allerdings gibt es auch ein Manko, mit dem ich mich abgefunden habe: Es gibt nur ein Vorschaufenster. Möchte man die Vorschau von Clips aus der Mediathek anzeigen, wird derweil die Vorschau des Film-Projekts ausgeblendet. Mich stört das nach wie vor etwas, da ich es eben anders gewohnt bin. Einem Anfänger fällt es vielleicht nicht einmal auf.

Presets

Die mitgelieferten Presets für Vorspann, Abspann, Blenden und Übergänge sind schon sehr gut und kommen gut an. Wer mag, kann sich über den Shop auf der Website von Wondershare Nachschub besorgen. Was mir richtig gut gefällt und sonst oft per Plugin in Video-Schnittprogrammen gelöst wird, sind die Multi-Bild-Szenen, die inzwischen mit Version 9.2 kostenlos hinzugefügt wurden. Ich nutze diese gerne für Drohnen-Videos und finde die Vorlagen fantastisch.

Export-Funktionen von Filmora 9

Die Export-Funktionen können sich sehen lassen. Neben allen gängigen Formaten gibt es auch sehr schöne Geräte-Profile für alles, was man Zuhause herumliegen und herumstehen hat. Natürlich wird auch der Export direkt auf YouTube unterstützt. Gerade bei langen Exporten kann man so den Export über Nacht laufen lassen und direkt den Upload anstoßen, fantastisch! Wer mag, kann auch direkt noch auf eine gute alte DVD exportieren.

Die Export-Performance muss sich übrigens nicht verstecken. Im direkten Vergleich mit Adobe Premiere Elements war ich deutlich schneller. Final Cut Pro X wäre vermutlich etwas schneller, da der Mac andere Hardware hat, kann ich das nicht abschließend sagen.

Hier hat sich noch einer Zeit genommen und ein schönes Video gemacht. Danke Brudi <3

Fazit zum Filmora Video Editor

Also ich schneide inzwischen ausschließlich meine Videos mit Filmora 9, da mir der Funktions-Umfang mehr als ausreicht und Filme sich super leicht produzieren lassen. Enthusiasten werden wohl eher zu einer teureren Software greifen. Ob das immer sein muss, sei mal dahingestellt.

Was mir gut gefällt, sind die Oberfläche selbst und die Umsetzung der einzelnen Funktionen. Die Software läuft sehr stabil und alles tut wie es eben soll. Ich habe den Filmora Video Editor in Version 9 inzwischen seit über einem Jahr und laufend gibt es neue Updates und neue Funktionen werden implementiert. Wer die Lightroom-Alternative Luminar 3 kennt, weiß, dass das heute nicht mehr selbstverständlich ist.

Was mir nicht gefällt, ist die Tatsache, dass es nur eine Vorschau-Anzeige gibt. Daran musste ich mich erst mal gewöhnen. In der Praxis kommt man damit aber relativ schnell klar. Den Bild in Bild Vergleich mache ich nun eben über mehrere Ebenen, wobei die Vergleichsebene vor dem Export einfach gelöscht wird.

Im Summe absolute Empfehlung für den Filmora Video Editor. Mit der kostenlosen und zeitlich unbegrenzten Test-Version kannst Du Dir einfach Dein eigenes Bild machen!

Ich hoffe, der Artikel hat Dir gefallen. Lasse gerne Fragen oder Deinen Kommentar dazu da!

Viele Grüße tm

Technikmensch • 20 Artikel

34 Jahre, Nerd... Auf technikmensch.de fröne ich meiner Leidenschaft Technik und setze mich kontrovers mit aktuellen Gadgets, Hardware und Software auseinander.

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